Gedanken - los

 Heute geh ich wieder zu meinem Lieblingsplatz, unten am Fluß.  Gestern war ich dort, sowie vorgestern und die Tage davor. Aber heute ist es anders. Und das macht mich sehr traurig. Gestern sah ich durch das klare Wasser Fische darin. Am grünen Ufer blühten bunte Blumen.  Heute sitze ich an diesem Ufer auf trockener Erde. Keine Blumen mehr, alles verseucht und vergiftet. Im Fluß keine Fische. Es ist auch kein Wasser mehr darin. Es ist Benzin. Wütend öffne ich die Dose Bier, die ich mitgebracht habe. Denkt der Mensch denn überhaupt nicht nach? Die ganze Umwelt vergiftet er. Seinen eigenen Lebensraum. Und wofür? Nur für ein bisschen Bequemlichkeit.

Meine Dose Bier ist leergetrunken. Ich werfe sie in den Fluß. So wie gestern, - und vorgestern und die Tage davor. Aber nein. Es ist ja kein Wasser mehr, es ist ja Benzin. Traurig über die Dummheit der Menschen, die hier alles verschmutzen und vergiften, zünde ich  mir eine Zigarette an. Ich glaube nicht, daß ich morgen nochmal hierher komme. Es ist nicht mehr schön hier. Alles verschmutzt und vergiftet. Meine Zigarette ist zu Ende geraucht. Gestern habe ich den glühenden Stummel in den Fluß geworfen.  Heute werfe ich den glühenden Stummel in den Fluß. So wie gestern. Es hat sich nichts geändert.

© Nightwriter 2001

 

 

Kommentar senden